Zehn Tage lang wurde in Hendungen wieder gehämmert, gesägt, geplant, diskutiert und gemeinsam gebaut. Rund 30 Kinder verwandelten das Grundstück am Ortsrand in ihr eigenes kleines Dorf – mit drei selbst geplanten und selbst gebauten Hütten. Doch beim Abenteuerspielplatz geht es um weit mehr als Holz und Nägel: Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen umzusetzen und Demokratie ganz praktisch zu erleben.
Seit 2020 findet der Abenteuerspielplatz in Hendungen regelmäßig im Rahmen des Ferienprogramms statt. Auch in diesem Jahr hieß es für rund 30 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren: Werkzeug in die Hand nehmen und loslegen.
Unter pädagogischer Begleitung von vier Betreuungspersonen konnten die Kinder ihre eigenen Ideen entwickeln und gemeinsam in die Tat umsetzen. Dafür standen ihnen einfache Werkzeuge wie Hammer, Säge und Maßband sowie jede Menge Holz zur Verfügung. Was daraus entstand, lag in erster Linie in den Händen der Kinder.
Drei Hütten, viele Ideen
Wie soll die Hütte aussehen? Welche Maße braucht sie? Wer übernimmt welche Aufgabe? Und was passiert, wenn unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen?
Genau diese Fragen gehören zum Konzept des Abenteuerspielplatzes. Die Kinder planen, messen, sägen und verteilen Aufgaben. Gleichzeitig lernen sie, einander zuzuhören, unterschiedliche Interessen miteinander zu vereinbaren und gemeinsam Lösungen zu finden.

Hier haben die Kinder das Sagen
Erwachsene geben den Rahmen vor und stehen beratend zur Seite – die Entscheidungen und die konkrete Gestaltung liegen jedoch weitgehend bei den Kindern. Damit wird Demokratie nicht nur erklärt, sondern erlebt. Abends ging es nach Hause, am nächsten Morgen wurde weitergebaut.
Die Kinder bringen ihre eigenen Ideen ein, diskutieren darüber und treffen gemeinschaftliche Entscheidungen. Auch Konflikte gehören dazu: Unterschiedliche Meinungen müssen ausgehandelt, Kompromisse gefunden und Entscheidungen der Gruppe mitgetragen werden. Durch die große Altersspanne von sechs bis 14 Jahren lernen die Kinder zudem voneinander. Ältere übernehmen Verantwortung, Jüngere bringen sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen ein.
So entsteht ein Ort, an dem Teilhabe, Mitbestimmung und gemeinschaftliches Handeln ganz selbstverständlich zum Alltag gehören – und an dem natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommt.
Ein Konzept zum Weitergeben
In diesem Jahr wurde der Abenteuerspielplatz durch das Projekt „Schaff | Räume | Rhön-Grabfeld“ unterstützt. Dahinter steht auch die Idee, die Erfahrungen aus Hendungen weiterzugeben und andere Gemeinden, Vereine und Initiativen zu ermutigen und auch finanziell zu unterstützen, selbst einen Abenteuerspielplatz auf die Beine zu stellen. Das Konzept hat die Sozialpädagogin und Gemeindejungendpflegerin Anna-Sophie Umhöfer an das Projekt herangetragen. Sie organisiert federführend die Umsetzung des Hendunger Abenteuerspielplatzes und ist daher Expertin in der Umsetzung dieses Formats.
Welche Materialien werden benötigt? Welches Werkzeug braucht es? Wie lässt sich ein solcher Abenteuerspielplatz organisieren und welche Rahmenbedingungen sind notwendig?
Um den Einstieg zu erleichtern, stellen wir gemeinsam mit diesem Artikel eine PowerPoint von Anna-Sophie Umhöfer mit Informationen zum Konzept, den notwendigen Voraussetzungen und praktischen Hinweisen zur Umsetzung zur Verfügung.
Auch vorhandenes Werkzeug kann für die Durchführung eines Abenteuerspielplatzes ausgeliehen werden. So können Erfahrungen, Wissen und Material weitergegeben werden – und vielleicht entstehen künftig auch an anderen Orten Räume, in denen Kinder selbst gestalten, entscheiden und Gemeinschaft erleben können.
Bei Interesse am Projekt oder Fragen zum Format schreibt an schaff-raeume(at)rhoen-grabfeld.de.

